22.02.2010
Finale 2.Bundesliga-Nord in Hildesheim
Bericht von Jens Schoon
Beim Finalstart der II.Bundesliga-Nord auf der CCR-Bowling in Hildesheim sicherten sich Teams aus NRW die Meisterschaft. Bei den Damen konnte sich der BC Vest Recklinghausen schon relativ früh über die Meisterschaft freuen, 17 Punkte Vorsprung hatte das Team am Ende vor dem Vizemeister BHB 2001 Berlin. Bis zum letzten Spiel spannend blieb es bei den Herren im Duell zwischen Lokomotive Stockum und Arena Bowling Spandau. Beide Teams trafen im letzten Spiel aufeinander, Spandau konnte zwar das Spiel gewinnen, doch letztlich gewann Stockum mit zwei Punkten Vorsprung die Meisterschaft. Absteigen müssen bei den Damen der BC Nolle Berlin und der ASC Göttingen, bei den Herren traf es die SG RWU St. Pauli und den BC Phoenix 71 Berlin.
Bei den Damen war das Rennen um Platz 1 schon am Samstagabend so gut wie entschieden. Recklinghausen hatte zu diesem Zeitpunkt 19 Punkte (10+9) auf dem Tageskonto, die Verfolger des BHB 2001 Berlin kamen zwar auch auf 13 Punkte (8+5), doch in der Gesamttabelle bedeutete dies für die Damen aus NRW einen Vorsprung von 20 Punkten. Und auch am Sonntag setzte sich die Siegesserie zunächst fort, erst im vorletzten Spiel gab es mit 687:747 Pins gegen die Bowlingfreunde Wulst die erste Niederlage für Recklinghausen. Im letzten Saisonspiel trafen dann Recklinghausen und der BHB aufeinander. Das Spiel endete mit einem Unentschieden (748:748). Damit ist Recklinghausen wieder in der I.Bundesliga vertreten, der BHB 2001 Berlin muss im nächsten Jahr einen erneuten Angriff auf die Spitze versuchen. Den dritten Platz sicherte sich mit 103 Punkten der VFL Wolfsburg.
Im Abstiegskampf stand mit dem Tabellenletzten ASC Göttingen der erste Absteiger ja schon vor dem Spieltag so gut wie fest. Hieran änderte sich auch in Hildesheim nichts. Göttingen konnte lediglich vier Punkte (2+2) verbuchen und kam damit insgesamt auf 41 Punkte. Um den zweiten Abstiegsplatz wurde bis zuletzt kräftig gekämpft zwischen den beiden Teams des BC Nolle Berlin und dem FC Heidmühle. Mit vier Punkten Vorsprung ging Heidmühle, die in den letzten Jahren immer in der Spitzengruppe gespielt hatten, in den Spieltag. Am Samstagabend war dieser dann auf zwei Punkte zusammengeschrumpft. Am Sonntag gewann Nolle das direkte Duell beider Teams mit 734:679 Pins und konnte sich bis zum letzten Spiel auf einen Punkt an Heidmühle rankämpfen. Damit musste das letzte Saisonspiel über die Abstiegsfrage entscheiden. Hier traf Nolle auf den ASC Göttingen, auf der Nebenbahn traf Heidmühle auf den 1. BC Duisburg. Sowohl Nolle als auch Heidmühle konnten sich in den ersten Frames einen Vorsprung erspielen, zwar ließ Heidmühle im mittleren Abschnitt etwas nach, doch Duisburg konnte diese Schwäche nicht nutzen. Mit 753:687 Pins setzte sich Heidmühle letztlich im wohl wichtigsten Spiel der Saison durch und konnte sich damit noch den Klassenerhalt sichern. Nolle konnte zwar mit 709:701 Pins auch gewinnen, verlor aber noch einen Bonuspunkt und muss mit zwei Punkten Rückstand auf den HFC die Bundesliga verlassen.
Die Tageswertung ging mit 25 Punkten (15+10Bonus) an den Meister BC Vest Recklinghausen. Das höchste Einzelspiel der Saison gelang Daniela Wohltmann vom BC Vest Recklinghausen mit 290 Pins, gespielt in Hildesheim beim Finale im sechsten Spiel. In der Tageswertung setzte sich Daniela Woltmann ebenfalls souverän durch. In neun Spielen erzielte sie 2014 Pins (Schnitt 223,78 Pins). Platz 2 ging mit 1870 Pins an Belinda Lupa vom VfL Wolfsburg. In der Gesamtrangliste entschied ein Unterschied von 0,27 Pins über Platz 1 und 2. Hier setzte sich Juliane Rieger vom BHB 2001 Berlin mit 11160 Pins aus 54 Spielen (Schnitt 206,67 Pins) durch. Platz 2 ging mit 10733 Pins (Schnitt 206,4) an Daniela Wohltmann.
Stockum und Spandau, so hieß das Duell um die Meisterschaft bei den Herren bis zum Schluss. Vor dem Spieltag trennten beide Teams fünf Punkte. Am Samstag konnte Stockum diesen nach vier Spielen auf sechs Punkte vergrößern. Am Sonntag hielt sich der Abstand zunächst. Nach dem siebten Spiel hieß es 128 zu 124 Punkte. Auch das vorletzte Spiel konnten wieder beide Teams gewinnen, wobei Spandau mit einem 1222:1172 Sieg gegen Recklinghausen auch noch was fürs Pinergebnis tat. Im letzten Spiel trafen dann beide Teams aufeinander. Hier konnte sich Spandau mit 1106:1097 Pins durchsetzen, doch dies brachte die Berliner nur noch bis auf zwei Punkte an den neuen Meister Lokomotive Stockum heran, die in Hildesheim neben 10 Spielpunkten auch die maximale Bonuszahl von 10 Punkten einstreichen konnten. Wie schon bei den Damen, ging auch hier der dritte Platz nach Wolfsburg, diesmal an den BW Wolfsburg.
Im Abstiegskampf ging es darum, neben BC Phoenix 71 Berlin, die fast die gesamte Saison auf dem letzten Tabellenplatz verbrachten, den zweiten Absteiger zu ermitteln. Als Vorletzter mit 46 Punkten und damit sechs Punkte Rückstand auf den sicheren achten Platz ging der BC Vest Recklinghausen in den Spieltag. Am Samstag marschierte das Team dann von Sieg zu Sieg, alle fünf Spiele wurden mit einem Mannschaftsschnitt von 210 Pins gewonnen, neunzehn Punkte auf das Gesamtkonto verbucht. Damit konnte sich das Team auf den achten Platz verbessern, da die SG RWU St. Pauli gleichzeitig schlecht spielte und lediglich zwei Spiele gewann. In der Zwischenrechnung hatte Recklinghausen nun acht Punkte Vorsprung. Am Sonntag schoben sich die unteren Plätze wieder dichter zusammen, vor den letzten beiden Spielen lag der BC Strike Eisenhüttenstadt bei 67, Recklinghausen bei 66 und die SG RWU bei 63 Punkten. Im letzten Saisonspiel trafen dann Eisenhüttenstadt (67 Punkte) und die SG RWU (65 Punkte) aufeinander, daneben spielte Recklinghausen (66 Punkte) gegen Phoenix 71 Berlin. Nachdem sich in den letzten Frames abzeichnete, das Recklinghausen gewinnen würde, musste das Spiel zwischen Eisenhüttenstadt und RWU über den zweiten Absteiger entscheiden. Mit knapp 50 Pins Rückstand ging RWU in den zehnten Frame, konnte diesen zunächst auf Position 1 durch drei Strikes noch etwas verkürzen, musste sich dann aber im weiteren Verlauf endgültig geschlagen geben und damit die Liga als Neuntplazierter wieder verlassen.
Die Tageswertung in Hildesheim ging mit 23 Punkten (14+9) an das Areana Team Spandau, die mit 1222 Pins auch das einzige Mannschaftsspiel über 1200 Pins erzielten. Mit Michael Michajlow stellte Spandau auch den besten Einzelspieler mit einer Serie von 2058 Pins (Schnitt 228,67) auf neun Spiele, dicht gefolgt von Oliver Pescher vom BC Vest Recklinghausen mit 2053 Pins. Die Gesamtrangliste gewann Bodo Konieczny vom Arena Team Spandau mit 11824 Pins aus 54 Spielen, Schnitt 225,14 Pins. Das höchste Einzelspiel gelang mit perfekten 300 Pins Dirk Baade vom Meister Lokomotive Stockum.



